Nazis aus ganz Europa in Söllingen

// Geschrieben am


Hunderte Neonazis am 9. November bei Konzert in Söllinger Gaststätte.

Am Samstagabend den 9. November fand im ehemaligen und jetzt wiederbelebten Nazizentrum „Rössle“ in Rheinmünster-Söllingen das dritte Nazikonzert in sechs Wochen statt. Das weltweit bekannte und in Deutschland verbotene Blood&Honour-Netzwerk war erneut Organisator und schaffte es, durch seine starke nationale und internationale Vernetzung, das Konzert kurzfristig in die Söllinger Kneipe zu verlagern. Die Vergangenheit zeigte bereits, dass das „Rössle“ ein geeigneter und zuverlässiger Veranstaltungsort für rechtsradikale Organisationen ist. 500 Nazis reisten zum Teil aus dem Ausland zum Konzert an, was die bisherigen Besucherzahlen weit überschreitet.

Der 9. November, 75. Jahrestag der Reichspogromnacht, als bewusst gewähltes Datum für dieses Konzert, dient auch der gezielten Provokation und vergegenwärtigt Hohn und Spott gegenüber den Opfern der grausamen Verbrechen des deutschen Faschismus.
Unter den sechs aufgetretenen Bands sind die einschlägig bekannten Nazi-Gruppen „Confident of Victory“, „Kommando Skin“, „Blutzeugen“ und „Frontfeuer“.

Die weit über Deutschland hinaus bekannten Konzerte im „Rössle“ finden getarnt als Privatfeiern statt. Um die Konzertbesucher unbemerkt zum Veranstaltungsort zu befördern und diesen möglichst lange geheim zu halten, wurden Treffpunkte an Park+Ride-Parkplätzen, sowie eine Kontaktnummer eingerichtet.

Der Wirt der Gaststätte „Rössle“ , Günther Sick, hatte im Vorfeld über die Stuttgarter Anwaltskanzlei „Hammer“ gegen eine Verfügung des Landratsamtes Rastatt Widerspruch eingelegt, in welcher er Auskunft zu rechtsradikalen Konzerten geben soll.

Bezeichnend ist, dass Rechtsanwalt Hammer Frontsänger der faschistischen Band „Noie Werte“ ist, deren Lieder in den NSU-Videos zu hören sind.

Nach einem Konzert im Juni diesen Jahres und zwei weiteren im Oktober, war dies bereits das vierte Konzert 2013 – viel für eine vom Landratsamt und der Politik als stillgelegtes Nazizentrum bezeichnete Örtlichkeit.

Diese Entwicklungen und die Tatsache, dass keines der bisher geplanten Konzerte im „Rössle“ verhindert werden konnte, verdeutlichen die Relevanz des Gasthauses als bundesweit etabliertes und zuverlässiges Nazizentrum und zeigen, auch wenn noch kein dauerhaftes Mietverhältnis bestehen soll, dass es wieder als solches genutzt wird.

 

Weitere Informationen und die Möglichkeit sich gegen Faschismus und Rassismus zu engagieren gibt es am 19.11. ab 19.00 Uhr beim zweiwöchentlichen „Antifaschistischen Abend“ im Sozialen Zentrum „Caracol“ in Bühl. Fragen und Anmerkungen an ed.lh1575875765eub-l1575875765ocara1575875765c@tka1575875765tnok1575875765

 

Flugblatt Rössle

 

[Stand 10.11.13]

Tags: , ,

Kategorien: AllgemeinAntifaschistischer AbendPresse





gemeinsam. kreativ. selbstverwaltet.