Austausch mit einem selbstverwalteten Jugendzentrum in Novi Sad, Serbien

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Vom 26.04. bis zum 03.05.2013 waren Jugendliche und junge Erwachsene aus Novi Sad, Serbien, zu Gast im Sozialen Zentrum Caracol. Der Besuch reihte sich ein in ein Austausch-Programm, welches von ebenfalls jungen Erwachsenen aus dem Caracol organisiert wurde.

Bereits im Herbst letzten Jahres besuchten neun junge Leute aus Bühl und Umgebung das selbstverwaltete Jugendzentrum CK13 in Novi Sad in Serbien. Sie hatten damals bereits die Möglichkeit, die ProjektpartnerInnen kennen zu lernen und sich mit der Kultur des Balkans vertraut zu machen. Natürlich wurde auch bereits dort schon inhaltlich gearbeitet.DSC00004n

Thematisch setzten sich die TeilnehmerInnen mit dem Menschenrechten der UN auseinander – im Speziellen waren dies Artikel 19 und 20 – und außerdem mit der Problematik, diese Menschenrechte in Kriegs- und Nachkriegszeiten durchzusetzen. Sie hatten die Möglichkeit, Menschen und Organisationen kennen zu lernen, die sich genau in solchen gesellschaftlichen Krisenzeiten um die Einhaltung der Menschenrechte kümmern. In Vorträgen und Diskussionsrunden wurden viele wichtige Grundlagen zum Thema Menschenrechte vermittelt.

In Workshops und Rollenspielen war dann die Initiative der TeilnehmerInnen gefordert und sie sollten ihr Wissen anwenden und selbstständig erweitern.

Los ging dieser Rück-Austausch allerdings erst einmal mit ein Standrundführung durch Bühl und anschließendem Input zur deutschen Geschichte. Auf dem Programm standen außerdem ein Besuch eines Gewerkschaftssekretär und eines VVN-Mitglieds. Diese stellten jeweils ihre Organisationen vor und stellten diese in den Kontext der Situation nach dem zweiten Weltkrieg. Am 1. Mai standen natürlich die Mai-Demonstration und die Festivitäten des DGB in Karlsruhe auf dem Programm, wobei auch genug Zeit blieb, sich die Stadt etwas genauer anzusehen. Der programmatische und emotionale Höhepunkt war sicherlich der Besuch des Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof in Frankreich. Die TeilnehmerInnen erlebten so verschiedene Situationen gemeinsam und tauschten sich in regelmäßigen Reflexionsrunden über ihre Gefühle und Gedanken aus, wodurch nicht nur viele verschiedene Meinungsbilder entstanden, sondern sich auch teilweise eine freundschaftliche Beziehung entwickelte. Doch damit der Abschied nicht allzu schwer fiel, organisierte das Caracollektiv für den letzten Abend eine Cocktail-Party.

Sowohl das Programm in Novi Sad als auch das in Bühl wurde gefilmt. Aus dem gesammelten Video-Material wird in Kürze eine Dokumentation des Austauschs entstehen.

Finanziell gefördert wurde der gesamte Austausch von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ mit dem Förderprogramm EUROPEANS FOR PEACE. Eine einjährige Vorbereitungszeit machte dies möglich.

Die Auseinandersetzung Beschäftigung mit Kriegs- und Nachkriegszeiten forderte von den TeilnehmerInnen aktiv eine Auseinandersetzung mit der Entstehung von Krieg und fördert so auch eine kritische Denkweise gegenüber momentan herrschenden Kriegen.

Gleichzeitig mussten sich die TeilnehmerInnen mit der aktuellen Politik weltweit, gesellschaftlichen Strukturen und deren Zusammensetzung beschäftigen und erkannten somit auch Chancen und Möglichkeiten sich einzubringen sowie die eigene Rolle und Verantwortung in der Gesellschaft zu finden.

Letztendlich war der zweigeteilte Austausch aber auch eine prima Möglichkeit, das Balkan-Land Serbien und Menschen von dort kennen zu lernen. Denn gerade durch solche persönlichen Kontakte und Erfahrungen können Rassismus und Xenophobie erst garnicht entstehen. Vielmehr schafft ein kultureller Austausch Akzeptanz und Interesse für Neues und zuvor Unbekanntes. Und Spaß dabei hatten wir allemal!

 

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Kategorien: AllgemeinBerichte





gemeinsam. kreativ. selbstverwaltet.